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74. L i t e r a r i s c h e M a t i n é e
25. Januar 2026 | 11 Uhr
Ingrid Steinhäußer: „Wir müssen reden, bevor es zu spät ist“ von Yassir Eric
Das neue Jahr beginnt mit einem hochinteressanten Sachbuch zu einer aktuellen Thematik.
"Wir müssen reden, bevor es zu spät ist" befindet Eric Yassir in seinem Buch über den Islam, Muslime und Christen...
Das Interessante ist, dass Yassir ein konvertierter Muslim ist, der seit mehr als 20 Jahren als evangelischer Pfarrer tätig ist und sich um ein verständnisvolles Miteinander von Christen und Muslimen bemüht.
Das Buch wird von Ingrid Steinhäußer vorgestellt und lädt zu einem regen Gedankenaustausch ein.
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MIRIAM VLAMING
„Shifting Molecules“
Malerei
18. Januar bis 22. Februar 2026
Eröffnung | Sonntag | 18. Januar 2026 | 11 Uhr
Führung | Donnerstag | 5. Februar 2026 | 18 Uhr
Dem Kronacher Kunstverein ist es gelungen, die international gefragte Künstlerin zu gewinnen. Mit ihr eröffnet der Kunstverein seinen diesjährigen Ausstellungsreigen. Unter dem Titel „Shifting Molecules“ zeigt Miriam Vlaming im Kronacher Kunstverein mehr als 20 aktuelle, teils großformatige Arbeiten.
Die Berliner Künstlerin Miriam Vlaming zählt zu den prägendsten Vertreterinnen der Neuen Leipziger Schule. Im Kronacher Kunstverein zeigt die international gefragte Malerin einen Ausschnitt ihres aktuellen Schaffens.

Vor über 20 Jahren etablierte sich eine Kunstströmung, die der als „verstaubt“ geltenden gegenständlichen Malerei neues Leben einhauchte. Unter dem Label „Neue Leipziger Schule“ sorgte eine Gruppe junger Absolventinnen und Absolventen der Leipziger Akademie weltweit für Furore. In einer Zeit, die im Westen eher von Video- und Installationskunst dominiert wird, die den Markt und das Museum kritisch unter die Lupe nimmt, besinnen sich die jungen Künstlerinnen und Künstler in Leipzig darauf, die Realität mit malerischen Mitteln darzustellen - eine Sensation und der Beginn eines wahren „Hypes“. Die Neue Leipziger Schule ist genealogisch verwoben mit der alten und geprägt von handwerklicher Perfektion. An der Leipziger Hochschule lehrten die Professoren seit jeher, über alle Epochen und Moden hinweg, klassisches Porträt, Landschaftsmalerei, Interieur, Aktzeichnung, Kupferstich. Und so hatte sich in Leipzig bis in die Neuzeit etwas erhalten, das im Westen schon lange totgesagt war: die figurative Malerei. Und sie schafft es nun zur neuen Blüte. Der Name Neue Leipziger Schule bleibt bei den Protagonisten selbst bis heute umstritten. Er sei, so die Kritik, mehr Marketinginstrument als Kunstwissenschaftlicher Terminus. Als "Deutsches Malwunder" feierten jedoch die Feuilletons das Phänomen Neue Leipziger Schule. Die sächsische Metropole wird in den 2000er Jahren zum „hottest place on earth“, zum angesagtesten Ort der Welt, so jedenfalls beschreibt es die britische Tageszeitung „The Guardian“. Man munkelt, sogar der amerikanische Schauspieler Brad Pitt höchstselbst sei in die Stadt gereist, um sich in der Leipziger Kunstszene umzusehen.
In dieser Zeit, als die Kunstwelt gebannt auf Leipzig blickt, Kunstsammler mit Learjets einfliegen und die internationale Presse die Szene in den höchsten Tönen lobt, genau da studiert die gebürtige Düsseldorferin Miriam Vlaming (*1971) Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig - und zwar bei den Galionsfiguren der Neuen Leipziger Schule: Der heutige internationale Künstlerstar Neo Rauch war ihr Lehrer; später war sie Meisterschülerin von Professor Arno Rink, der als einer der Königsmacher der Neuen Leipziger Schule und ihrer figürlichen Malerei gilt und der bereits Lehrer von Neo Rauch war.
Heute zählt Miriam Vlaming zu den prägendsten Vertreterinnen der Neuen Leipziger Schule. Sie hat es längst zu veritablem internationalen Ansehen gebracht. Ihre Arbeiten befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen. Werke von Miriam Vlaming sind im Rahmen bedeutender nationaler und internationaler Ausstellungen wie aktuell bei der Art SG Singapur zu sehen. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.
In ihren traumähnlichen Bildwelten vereint sie vermeintliche Gegensätze und lässt die Grenzen zwischen Mensch und Natur, Licht und Farbe, Vergangenheit und Gegenwart durchlässig werden. In einer Welt, die von Beschleunigung und Gegensätzen geprägt ist, sucht Miriam Vlaming in ihrer Malerei nach den verbindenden Kräften – nach dem Moment, in dem Vielheit zu Einheit wird. Ihr Blick ist dabei nicht nostalgisch oder moralisierend, sondern forschend und zutiefst menschlich. Mit einem ganzheitlichen Verständnis des Daseins sieht sie alles Leben als miteinander verwoben: ein untrennbares Ganzes, in dem jedes Element Teil des anderen ist.
Ihre Malerei entspringt einer Philosophie des Zusammenwirkens. Diese Haltung zeigt sich schon in der Wahl der Materialien: Pigmente – die kleinsten farblichen Bausteine – bilden für sie den Ursprung des Bildes. Für ihre großformatigen Werke verwendet Miriam Vlaming reines Pigment, einen der ältesten Farbstoffe der Menschheit. In Kombination mit Eitempera entstehen vielschichtige Oberflächen, die zwischen Transparenz und Tiefe oszillieren und den Blick in eine andere, durchlichtete Realität öffnen.
Wie Erinnerungen und Erfahrungen, die sich im Menschen ablagern, trägt auch Vlaming Schicht um Schicht auf. Nichts wird ausgelöscht – alles bleibt Teil des Werdens. So entstehen Bilder, die immer weiter erzählen, sich fortsetzen, verändern und dennoch in sich ruhen.
Die Künstlerin ist bei der Vernissage anwesend und wird im Rahmen eines Gesprächs mit der Vorsitzenden des Kronacher Kunstvereins, Sabine Raithel, Einblicke in ihre Arbeit geben.
Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Bernd Schellhorn am Klavier.

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