22. Oktober 2026 | 19 Uhr
Eine Einladung zum Mitdenken
Wieviel Humanismus brauchen wir heute? Dieser Frage geht eine Diskussionsveranstaltung im Kronacher Kunstverein nach. Dabei geht es um Werte in einer Welt der Umbrüche.
Kronach. Mit einer Diskussionsveranstaltung möchte der Kronacher Kunstverein zum Nachdenken und Mitreden anregen. Im Mittelpunkt steht dabei die Philosophie des Humanismus und die Frage: Was können uns die Humanisten der Reformation heute lehren? Und welche Antworten bietet diese Denkrichtung auf die vielfältigen Krisen der heutigen Zeit? Das Thema knüpft an die aktuelle Ausstellung „Kronach Corpus“ des Kunstphilosophen und Künstlers Hubert Sowa im Kronacher Kunstverein an.
Nach einem Impulsvortrag von Reinhard Heinritz, Literaturwissenschaftler und Dozent an der Universität Bamberg, erwartet die Gäste eine anregende Diskussionsrunde u.a. mit Hubert Sowa und Christian Lange, Theologe und Professor an der Universität Bamberg. Es moderiert Alexander Süß, Museologe und Cranach-Experte.
Zum Hintergrund: Als Lucas Cranach malte, Martin Luther übersetzte und Philipp Melanchthon lehrte, stand Europa an einer Zeitenwende. Nicht anders als heute war die Welt von Konflikten, Machtkämpfen und Unsicherheiten geprägt. Der Humanismus jener Zeit setzte dem eine Idee entgegen: Der Mensch ist zur Vernunft, zur Bildung und zur Verantwortung fähig. Das Leitwort „ad fontes“ – zurück zu den Quellen – forderte dazu auf, selbst zu lesen, zu prüfen und zu urteilen, statt blind zu folgen.
Melanchthon, der „Lehrer Deutschlands“, machte daraus ein Programm: Sprachen, Geschichte und Rhetorik sollten Menschen befähigen, ihr Leben und ihr Gemeinwesen verantwortlich zu gestalten. Luther forderte Schulen für alle und brachte die Bibel in die Sprache des Volkes. Cranach gab dem neuen Selbstverständnis Bilder, die jeder verstehen konnte.
Was bedeutet das heute in Zeiten von Kriegen, Umweltzerstörung und wachsender Vereinzelung? Der Humanismus erinnert daran, dass jeder Mensch eine unantastbare Würde besitzt. Er traut ihm Bildung zu und Gewalt durch Verständigung zu überwinden. Er versteht Freiheit nie als Beliebigkeit, sondern als Verantwortung für Mitmenschen und Schöpfung. Und er setzt auf Gemeinschaft: Lernen, Lesen und Gestalten geschah auch schon in Wittenberg zu Zeiten Lucas Cranachs gemeinsam.
Diese Haltung ist kein Museumsstück. Sie lädt dazu ein, Quellen kritisch zu prüfen, Gespräche zu führen und Verantwortung zu übernehmen – im Kleinen wie im Großen.
Die Veranstaltung ist Teil der Initiative „Lange Nacht der Demokratie“ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.
Ausstellung
HUBERT SOWA
„Kronach Corpus“
Säge und Fluss im Werk Lucas Cranachs d.Ä. und ihre Bedeutung heute.
Ein Dialog in Bildern.
20. September bis 25. Oktober 2026
Eröffnung | Sonntag | 20. September 2026 | 11 Uhr
Begrüßung: Sabine Raithel, KKV
Künstlertalk: Sabine Raithel im Gespräch mit Hubert Sowa
Musik: Hubert Sowa, Klavier und Gesang
5. Oktober 2026 | 18 Uhr
Führung mit Prof. Dr. Hubert Sowa
22. Oktober 2026 | 19 Uhr
Vortrag Dr. Reinhard Heinritz: „Welche Bedeutung hat der Humanismus für uns heute?“.
Anschliessend Podiumsdiskussion mit Professor Dr. Hubert Sowa, Künstler, Dr. Reinhard Heinritz, Literaturwissenschaftler, Dr. Christian Lange, Kirchenhistoriker und Religionswissenschaftler und Alexander Süß, Museologe.
Die Diskussionsrunde zum Thema „Cranach und der Humanismus. Die Bedeutung einer humanistischen Geisteshaltung damals und heute“ findet am Donnerstag, den 22. Oktober 2026, um 19 Uhr, im Kronacher Kunstverein, Siechenangerstraße 13 statt. Die Veranstaltung ist Teil der Initiative „Lange Nacht der Demokratie“ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.
Der Eintritt ist frei.
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08.11. - 13.12.2026
Wir werden gefördert von:
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